Volksmusik und das Alphorn

alphorn-537705_640Das Alphorn ist vielleicht nicht das erste Instrument, welches einem in Zusammenhang mit Volksmusik oder volkstümlicher Musik einfällt, aber es ist – wie einige weitere der urtümlichen Instrumente, zum Beispiel Steirische Harmonika, Maultrommel oder Zither – ein musikalisch sehr prägnantes Instrument. Das Alphorn ist, obwohl es meistens aus Holz gefertigt wird, ein Blechblasinstrument.

Es verfügt, ganz anders als die Steirische Harmonika, die viele Knöpfe besitzt – weder über Knöpfe, Klappen, Züge oder Ventile und ist daher ganz puristisch auf die Naturtonreihe beschränkt. Die Hörweite eines Alphorns beträgt je nach Landschaft 5 bis 10 km. Ähnlich geartete Instrumente wie lange Holztrompeten gibt es in vielen weiteren Kulturen und Ländern ebenfalls, als Beispiel wären aufzuzählen: Tibet, die Pyrenäen oder die Karpaten. Wir kennen es am ehesten aus dem Schweizer Raum.

Seit wann gibt es das Alphorn

Im 16, Jahrhundert wird erstmals von einem Kloster ein Alphorn erwähnt. Im 18. Jahrhundert verlor das Alphorn rapide an Bedeutung und genoss sogar einen schlechten Ruf als Bettelhorn. Doch das Zeitalter der Romantik und die Touristen brachten im 19. Jahrhundert die Folklore und auch das Musizieren mit volkstümlichen Instrumenten wie dem Alphorn zum Erblühen.
Heutzutage sind wohl an die 1800 Alphornbläser aktiv tätig, es finden internationale Treffen statt wo sie als Solisten, mit Ensembles oder auch in großen Chören auftreten, beispielsweise beim jährlichen Allgäuer Alphornbläsertreffen.

Im Elsass hat sich das Alphorn-Spielen seit etwa zwei Jahrhunderten eingebürgert, das kommt daher, dass Schweizer oder Tiroler Einwanderer damals in einer Region dort eingewandert sind.
Wobei die Annahme, dass in früheren Zeiten die Hörner vorwiegend als Signalhörner eingesetzt wurden, vermutlich falsch ist. Die Ortung eines Horns wäre in den Bergen nahezu unmöglich, da der Schall von den Wänden reflektiert werden würde.

Woraus werden Alphörner gebaut

Spezialisierte Instrumentenbauer bauen die Alphörner aus geeigneten Holzstämmen. Die unten abgebogene Form stammte also ursprünglich von der am Hang krumm gewachsenen Fichte, die geschält und der Länge nach halbiert wird. Schon seit Längerem wird aber dieser gebogene Teil nicht mehr verwendet und die Form des „Bechers“ hängt nun nicht mehr von der natürlichen Krümmung ab, sondern ist standardisiert.

Tonarten – In der Schweiz ist das Fis/Ges-Alphorn meist gespielt, in Deutschland findet das F-Alphorn mehr Verwendung.

Das längste Alphorn

Nachzulesen ist, dass die Länge des längsten Alphorns der Welt 47 Meter beträgt. Die Alphörner werden aus mehreren Teilen zusammengesetzt, bespielbar ist das 47 m lange Alphorn nicht wirklich, das längste Teil eines Alphorns bespielbar ist, soll 14 Meter lang sein. Im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet das längste an einem Stück gefertigte Alphorn mit 20,67 Metern. Die Tonart eines Alphornes wird durch seine Länge bestimmt, die durchschnittlichen Alphörner rangieren zwischen 2,20 m – 3,90 m etwa.



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