Die Steirische Harmonika in der Volksmusik

harmonica-740687_640(2)Es gibt einige urtümliche Instrumente in der Volksmusik, neben dem sogenannten Hackbrett als Form der Zither, das Alpenhorn oder die Maultrommel gibt es auch die Steirische Harmonika, auch Steirische genannt – was also keine Bewohnerin, der Steiermark ist.

Viele Namen meinen dasselbe

Die Steirische Harmonika wird auch „Knöpferlharmonika“ genannt, hat Ähnlichkeit mit der Harmonika, klingt aber deutlich anders. Der Name „Knöpferlharmonika“ leitet sich natürlich von den vielen Knöpfen ab, die sich an dem Musikinstrument befinden. Man nannte sie aber über die Jahrzehnte auch Zugorgel, Zugin, Wanzenpress, Ziach, Ziachharmonie, Harmonie oder eben die „Steirische“.

Was ist das Besondere an der steirischen Harmonika?

Sie stellt gewisse Anforderungen an den Musiker, optisch sind es ja zwei Quadrate, die mit einem Balg verbunden sind. Häufig sind diese Steirischen schön verziert und tragen Einlegearbeiten und Beschläge, der Trageriemen ist mit Alpen-Blumen bestickt – naja, und viele Knöpfe eben. Diese geben beim Musizieren Klappergeräusche ab, die sich unter die Töne mischen.

Instrument mit eigener Persönlichkeit

Die steirische Harmonika ist ein Instrument mit Charakter und Persönlichkeit, der Musiker sollte stets ein Reparatur-Besteckes griffbereit haben und manchmal lässt die Steirische auch einige eigene Töne raus und der Musikant muss sehen, wie er damit klar kommt – eben ein eigenwilliges Musikinstrument. Volksmusikliebhaber schätzen wohl genau diese Unmittelbarkeit daran.
Viel ländliche Musik hat die „Steirische“ mitgeformt und lebendig erhalten – manche zerfurchte und abgegriffene „Steirische“ kann man noch betrachten, lädiert, mit unzähligen Tanzabend-Erfahrungen – robust und lange haltbar.

Aber ob jung oder alt, die Steirische Harmonika ist unverwechselbar im Aussehen und im Klang. Man könnte ihre Klangfarbe als schwebenden Ton, der eine absichtlich – uneinheitliche Stimmung erzeugt beschreiben. Die erwähnten Metallbeschläge, die Einlegearbeiten und der bestickte Tragegurt sowie bunte Alpenblumen-Tapete am Blasebalg signalisieren eindeutig das Volksmusik-Instrument.

Die Steirische ist gut für das ländlich-behäbige, das Melodiös-gemütsvolle und auch für das virtuose und experimentelle Spiel geeignet. Merkmale der echten Volksmusik sind für gewöhnlich Harmonien und Wiederholungen, überwiegend in Dur gespielt und zweistimmig angelegt.

Wie lernt man Steirische Harmonika spielen?

In Ermangelung eines Großvaters, der einem von Kleinauf das Spielen auf diesem urigen Instrument beibringt, gibt es für den Anfang Musik-Videos zum Verständnis. Für weitergehendes Lernen empfehlen sich Musikschulen und Konservatorien wird die meist nach der Griffschrift unterrichten. Es gibt diverse Kurse, an Wochenenden oder in Verbindung mit einem Urlaub um die Grundlagen für das Spiel zu erlernen. Das Spielen nach Noten zu erlernen dauert in der Regel länger.



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